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07. November 2012 11:57

„[Mit]gemacht? Technik- und Naturwissenschaftler der TH Dresden im Nationalsozialismus“

von Torsten Hänel in Ausstellungen, Publikationen
Die von den Teilprojekten G (Swen Steinberg) und M (Uwe Fraunholz) organisierte studentische Ausstellung zeigt sich im DrePunct, Zellescher Weg 17.

"Für die Realisierung der umfangreichen Ziele nationalsozialistischer Herrschaft wurde von Beginn an das Engagement fähiger Wissenschaftler und Techniker benötigt. Die Machtübertragung an die Nationalsozialisten führte daher auch an der Technischen Hochschule Dresden zu tief greifenden Einschnitten."

Unter der Leitung von Mitarbeitern des technik- sowie des landesgeschichtlichen Projektes am SFB 804 wurde im Sommersemester 2012 im Rahmen eines Praxisseminars am Institut für Geschichte der TU Dresden die studentische Ausstellung "(Mit)Gemacht? Technik- und Naturwissenschaftler der TH Dresden im Nationalsozialismus" erarbeitet.

Die Ausstellung nimmt Verhaltensweisen in den Blick, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab dem Frühjahr 1933 an der TH Dresden zeigten oder zeigen mussten. Technik- und Naturwissenschaftler verweigerten sich dem neuen System oder wurden von ihm ausgeschlossen. Andere waren bereits vor 1933 Anhänger der Nationalsozialisten oder passten sich an – der überwiegende Teil konnte so seine Karriere erfolgreich weiter vorantreiben. Gezielt werden exemplarische Biografien vorgestellt, um das Spektrum möglichen Verhaltens abzustecken. Auf diese Weise wird einerseits Einblick gegeben in Lebensläufe, die bisher nicht oder nur unvollständig erzählt wurden. Andererseits wird damit die Vielfalt der Verflechtungen herausgearbeitet, die zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland bestanden – auch an der TH Dresden.

Während eine Minderheit relativ resistent blieb, stellte sich die Mehrheit der Ingenieure und Wissenschaftler willfährig in den Dienst an »Volksgemeinschaft« und Kriegsführung, sie sorgten damit für scheinbare Legitimität und Stabilität der Diktatur. Akte des Widerstands lassen sich dagegen kaum finden: Zu viele waren bereit, ihren Gemeinsinn fortan auf eine exklusive »Volksgemeinschaft« zu beziehen, zu wenige fühlten sich dem traditionellen Ethos der Wissenschaften, die zumindest vorgeben, sich altruistisch in den Dienst der Menschheit zu stellen, verbunden.

Wer einen kleinen Eindruck gewinnen möchte, findet einige Fotos in unserer Bildergalerie .

Eine begleitende Broschüre ist im pdf-Format verfügbar. [PDF-Broschüre]

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Uwe Fraunholz, Swen, Steinberg, Stefan Beckert, Florian Eichkorn, Ulrike Marlow, Stefan Weise:
(Mit)Gemacht? Technik- Naturwissenschaftler der TH Dresden im Nationalssozialismus
Dresden 2012: Sonderforschungsbereich 804
64 Seiten
ISBN: 978-3-86780-307-6

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Autoren:

Uwe Fraunholz ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Teilprojekt M "Das Fortschrittsversprechen von Technik und die Altruismusbehauptung der Ingenieure in der technokratischen Hochmoderne (ca. 1880-1970)" am Sonderforschungsbereich 804.

Swen Steinberg ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden und Mitarbeiter im Teilprojekt G "Gemeinsinnsdiskurse regligiöse Prägung zwischen Spätaufklärung und Vormärz (ca. 1770- ca. 1848).

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